· Die Kinderkrankenpflege

 

„Pflege ist eine menschbezogene Disziplin, und erbringt Dienstleistung für Menschen in spezifischen Problemlagen. Die Organisation pflegerischer Dienste hat sich demnach an der Lösung der Probleme dieser Menschen zu orientieren und nicht umgekehrt.“

 

 (Dr. Elisabeth Holoch (Pflegewissenschaftl. 1996)

 

 

Jede Erkrankung ist für ein Kind mit Einschränkungen und Veränderungen des Alltags verbunden. Sie übt immer einen Einfluss auf den Entwicklungsprozess aus, in dem sich Kinder permanent befinden. Jede Tätigkeit mit oder an Kindern unterstützt oder hemmt diesen Prozess und hat somit Folgen für die zukünftige Entwicklung des Kindes. Der Entwicklungsprozess, in dem sich das Kind befindet, übt andererseits ebenso einen Einfluss auf die Bewältigung der Krankheit aus, ganz gleich, ob sie chronischer oder akuter Natur ist. Wir berücksichtigen also bei jeder Tätigkeit am oder mit dem kranken Kind seinen Entwicklungszustand und unterstützen diesen positiv. Die Pflege findet in einem fortlaufenden Prozess statt und orientiert sich einerseits an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und andererseits an den Bedürfnissen des Kindes und der Familie. Dabei berücksichtigen wir die Vorstellungen und Einstellungen der Eltern und des Kindes, soweit es das Wohl des Kindes nicht gefährdet. Alternativen Methoden wie Wickel und Auflagenstehen wir sehr offen gegenüber und wenden sie an, wenn die Eltern und das Kind damit einverstanden sind. Die Selbstpflegekompetenz des Kindes wird gefördert, soweit die Erkrankung und die Lebensumstände dieses zulassen.

 

· Die Mitarbeiter/innen

 

Unsere Mitarbeiter/innen bilden sich zur Förderung und Sicherung ihrer beruflichen Kompetenz ständig intern und extern weiter. Sie arbeiten in ihren Bereichen eigenverantwortlich und tragen durch Toleranz, Respekt und Wertschätzung zu einer guten Teamarbeit bei.

 

· Die Angehörigen

 

Die Eltern sind die wichtigsten Bezugspersonen für das Kind und tragen die Verantwortung. Sie treffen alle Entscheidungen (welche Nahrung, welcher Arzt, welche Therapie, welcher Pflegedienst ...). Deshalb stärken wir ihre Kompetenz und Sicherheit im Umgang mit den Kindern bzw. deren Erkrankung, falls sie dazu noch nicht oder nur teilweise in der Lage sind. Ebenso stärken wir ihre Position im Umgang mit anderen Stellen und Berufsgruppen. Die Wünsche und Vorstellungen der Eltern im Bezug auf Behandlung, Erziehung und Umgang mit den Kindern werden von uns beachtet und anerkannt, soweit sie das Wohl und das Leben der Kinder nicht gefährden. Falls eine Situation eintritt, in der wir das Leben des Kindes durch das Verhalten der Eltern / Angehörigen in Gefahr sehen, leiten wir Maßnahmen zur Abwendung der Gefahr ein. Erster Ansprechpartner ist hier der Kinderarzt / die Kinderärztin.

 

· Warum ist die Kompetenz der Eltern zu fördern?

 

Sie kennen ihr Kind am Besten. Je kompetenter sie sind im Ungang mit der besonderen Situation, die Krankheit und Behinderung mit sich bringt, umso besser können sie Entscheidungen im Sinne des Kindes treffen.

 

Die Eltern erfahren Wertschätzung, wenn der Umgang mit ihnen auf einer partnerschaftlichen Ebene stattfindet und sie erleben, dass ihnen die Kompetenz für ihr Kind zugetraut wird. Es wird ihnen leichter fallen, fachlichen Rat anzunehmen und mit uns gemeinsam nach den besten Lösungen zu suchen.

 

Dadurch erfahren auch wir Wertschätzung.